Beratung bei Trennung und Scheidung
Beratung Scheidung

Unterhalt

Trennungsunterhalt

Der Trennungsunterhalt ist der Unterhaltsanspruch des Ehegatten von der Trennung bis zur rechtkräftigen Scheidung. Der Unterhalt wird als monatlicher Geldbetrag gezahlt und muss vom berechtigten Ehegatten gefordert werden – der Unterhalt entsteht also nicht automatisch mit der Trennung.
» Muster für Geltendmachung des Unterhalts

Die Höhe des Unterhalts richtet sich nach den Einkommensverhältnissen von beiden Ehegatten. Wohnt ein Ehegatte, oder wohnen beide Ehegatten in einer eigenen Immobilie, so wird in der Regel auch ein (im Trennungsjahr reduzierter) Wohnwert (Wert des kostenlosen Wohnens) bei der Unterhaltsberechnung als Einkommen berücksichtigt.

Bei der Unterhaltsberechnung wird vom Nettoeinkommen ausgegangen. Hierfür wird beim Angestellten das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten 12 Monate berücksichtigt, beim Selbständigen das Nettoeinkommen des Durchschnitts der letzten 3 Jahre. Aufwand für Kranken- und Altersvorsorge (Altersvorsorge bis zu 24 % des Bruttoeinkommens) kann bei der Ermittlung des Nettoeinkommens abgezogen werden. Ebenso können Belastungen wie, Schuldentilgung, Aufwand für Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Aufwand für ein Immobilienfinanzierungsdarlehen für die Ehewohnung, vom Nettoeinkommen in Abzug gebracht werden. Der angestellte Unterhaltsverpflichtete kann 5 % seines Nettoeinkommens für berufsbedingten Aufwand als Abzug geltend machen.

Folgende Unterlagen werden für die Unterhaltsberechnung benötigt:

  • Die letzten 12 Gehaltsabrechnungen, der letzte Einkommensteuerbescheid, die letzte Einkommensteuererklärung
  • Beim Selbständigen: Die letzten 3 Einkommensteuererklärungen und die letzten 3 Einkommensteuerbescheide, falls nicht vorhanden, die betriebswirtschaftlichen Auswertungen für die letzten 3 Jahre
  • Aufwand für Kranken- und Altersvorsorge
  • Aufwand für Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Aufwand für Kredite und Immobiliendarlehen (gesonderter Ausweis von Zins und Tilgung)

Nachehelicher Unterhalt

Ein nachehelicher Unterhalt für den berechtigten Ehegatten wird bei einer Scheidung vom Gericht nicht automatisch zugesprochen. Der Unterhalt muss vielmehr vorher gefordert werden und – falls keine Einigung darüber erzielt werden kann – vor Gericht eingeklagt werden.

Für den nachehelichen Unterhalt gibt es verschiedene Anspruchsgrundlagen. Die häufigsten sind der Unterhalt wegen Kindesbetreuung und der Aufstockungsunterhalt (Unterhalt wegen unterschiedlicher Einkommensverhältnisse). Aber auch Unterhalt wegen Krankheit, wegen Alters oder wegen Erwerbslosigkeit und Ausbildung ist denkbar.

Ferner gibt es auch einen Anspruch auf Kranken- und/oder Altersvorsorgeunterhalt.

Wie lange und in welcher Höhe der Unterhalt nach der Scheidung gezahlt wird, ist eine Frage des Einzelfalls. Es gibt die grobe Richtlinie, dass die Dauer des nachehelichen Unterhalts in Anlehnung an die Dauer der Ehe bemessen wird und sich nach ca. ¼ bis 1/3 der Ehezeit richtet. Allerdings gibt es auch von diesem Grundsatz abweichende gerichtliche Entscheidungen.

Für den Fall, dass der Ehegatte, der Unterhalt bekommt, einen ehelichen Nachteil erlitten hat, kann der Unterhalt nicht, oder erst zeitlich begrenzt werden, wenn der Nachteil weggefallen ist.

Die Frage des nachehelichen Unterhalts zu Höhe und Dauer und die Frage eines Kranken- oder Altersvorsorgeunterhalts ist mit Ihrem Rechtsanwalt zu klären und kann nicht schematisch beantwortet werden, da nach der BGH-Rechtsprechung die Umstände des einzelnen Falls zu berücksichtigen sind.

Kindesunterhalt

Der Kindesunterhalt richtet sich der Höhe nach entsprechend dem Nettoeinkommen des Unterhaltsverpflichteten. Dabei geltend die vorstehenden Grundsätze zur Geltendmachung des Unterhalts und hinsichtlich der zulässigen Abzüge vom Einkommen.

Der Kindesunterhalt wird auf Basis des Nettoeinkommens des Verpflichteten entsprechend der Düsseldorfer Tabelle in der jeweiligen Altersstufe (0-5, 6-11, 12-17, ab 18 Jahre) bestimmt. Nicht von der Düsseldorfer Tabelle abgedeckt sind die Kosten einer privaten Krankenversicherung, oder private Schulkosten. Die Kosten einer privaten Krankenversicherung sind zusätzlich zum Unterhalt entsprechend der Tabelle in vollem Umfang vom Unterhaltspflichtigen zu übernehmen. Die Kosten einer privaten Schule stellen Mehrbedarf dar, der von beiden Eltern entsprechend dem Verhältnis ihrer Einkünfte zu übernehmen ist.

Auch Kosten wie für Nachhilfe, Musikunterricht, Sportunterricht etc. sind Mehrbedarf und damit ebenfalls von beiden Eltern anteilig zu tragen. Allerdings ist es erforderlich, dass die Eltern zuvor beide eine übereinstimmende Entscheidung über den Mehrbedarf getroffen haben. Hat nur ein Elternteil den Mehrbedarf veranlasst, so müsste vorab geklärt werden, ob der andere Elternteil dies akzeptieren muss. Dabei kommt es darauf an, ob der Mehrbedarf im Kindeswohlinteresse sinnvoll ist und die Höhe der Mehrbedarfskosten zumutbar sind.

Kosten in besonderer Höhe können unterhaltsrechtlichen Sonderbedarf darstellen. Die Kosten einer Schulfahrt sind in der Regel weder Mehrbedarf (da sie nicht monatlich anfallen) noch Sonderbedarf (da sie nicht außerordentlich hoch sind und durch Rücklagen vom laufenden Unterhalt angespart werden können). Auch die Kosten einer Konfirmation wurden vom BGH mit dem gleichen Argument nicht als Sonderbedarf anerkannt.

Lassen Sie sich von uns beraten